Recht zuversichtlich war mein Vater vor rund 35 Jahren als er den Grünkohl aus Oldenburg an die Mosel brachte. Damals fing er an mit rund 25 Portionen und er gab nicht auf – das ist wohl der Oldenburger Stolz!

Heute füllen wir mehrmals mehr als 80 Liter Töpfe und haben über die vielen Jahre auch treue Grünkohl-Fans bekommen!

So steht mein Vater heute noch im Januar in unserer Küche und kocht den Grünkohl so wie Ihn seine Oma kochte. Sein Rezept bleibt nach wie vor unter Verschluss. Auch wir sind nach all diesen Jahren noch nicht in sämtliche Geheimnisse dieses alten Rezeptes der Familientradition eingewiesen.

Dienstags beginnt er mit dem Kochen und fügt täglich bis einschließlich Sonntag eine Zutat hinzu.

Seit einigen Jahren erlebt der Grünkohl einen regelrechten Hype. Besonders die USA oder auch Australien schwören auf dieses sogenannte Superfood.

Superfood?? – JA, denn Grünkohl besitzt neben sehr viel Vitamin A auch Vitamin C, Eisen, Vitamin B6, Magnesium und Kalzium.

Er enthält sogar dreimal so viel Protein und viermal so viel Eisen wie Weißkohl. Er besteht überwiegend aus Wasser und ist sehr kalorienarm. Daher findet der Grünkohl auch immer mehr Einzug in die Küche als Rohkostgemüse in Smoothies, im Salat oder als sanft gedünstetes Gemüse.

Damit alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollte der Braunkohl, wie er auch genannt wird, wirklich nur schonend garen oder lediglich kurz blanchieren.

Grünkohl hat eine äußerst positive Wirkung auf das Wohlbefinden des Menschen. Er fördert die Verdauung, reguliert den Cholesterinspiegel, hemmt Heißhungerattacken, trägt zur gesunden Darmflora bei und unterstützt beim Abnehmen aufgrund seines Sättigungsgefühls. Seine enthaltenen Vitamine unterstützen Augen, stärken das Immunsystem, wirken der Gefäßverkalkung entgegen, beugen Depressionen vor, unterstützen Herzgesundheit, Muskulatur und Knochen und er hilft Giftstoffe im Körper zu neutralisieren und zu reduzieren. Es ist also ein wirklich unschlagbares Gemüse!

Inzwischen kann man den Kohl auch das ganze Jahr über kaufen – dennoch ist er ein klassisches Wintergemüse. Man sagt, er schmeckt nach dem ersten Frost so richtig. Je länger der Kohl auf dem Feld verweilen darf, desto mehr Stärke kann in Zucker umgewandelt werden, was ihm einen weniger bitteren Geschmack verleiht. 

Ich persönlich finde, es ist eines der spannendsten Gemüse die wir in Deutschland haben. Die Version meines Vaters bzw. meiner Uroma ist natürlich eine sehr deftige Art und Weise Grünkohl zu genießen.

Dennoch hatte ich schon die Möglichkeit den Kohl mal anders zu genießen. Nämlich bei unseren holländischen Nachbarn, dort ist der genauso beliebt um die kalte Jahreszeit.

Meine Tante Carin kochte für uns Ihren berühmten „Stamppot.“ Ein eher traditionelles holländisches Gericht, das aus gekochten Kartoffeln besteht, hinzu kommen gekochte Karotten und Zwiebeln und schließlich wird der Grünkohl untergehoben. Das ganze wird dann mit einer Räucherwurst serviert.

Das war anders als ich das kannte – aber auch sehr lecker!

Nun, bald ist es wieder soweit und mein Vater steht wieder voller Einsatz in der Küche und kümmert sich um großen Töpfe voll Grünkohl.

Damit bin ich aufgewachsen – die letzten zwei Wochen im Januar drehen sich nur um das grüne Gold. Das ganze Haus riecht nach dem Kohl.

Man gewöhnt sich an alles!

Wir freuen uns sogar schon ein bisschen auf diese Zeit wenn es wieder soweit ist. Wir alle packen mit an – jeder hat seine Aufgabe. Daran ändert sich wohl auch erstmal nix!

Sogar unsere kleine Tochter Mia meinte jetzt, dass sie dem Opa beim Grünkohl kochen helfe.

So wird es hoffentlich noch lange sein – es ist immer eine ganz besondere Atmosphäre und es zeigt
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Wir sind ein Familienunternehmen – definitiv!

PS: Wer noch Uromas Grünkohl probieren möchte, kann gerne unter 02605/1437 einen Tisch für den 21. oder den 28. Januar 2018 bestellen!

Wir freuen uns auf Euren Besuch!