Tag 1 –Sankt Goar am Rhein

Endlich geht sie los. Meine Woche mit Kabel eins.

Auf der Fahrt zur ersten Location gehen mir hunderte Fragen durch den Kopf und die innere Anspannung steigt mit jedem gefahrenen Kilometer.

Wer sind die anderen Teilnehmer? Wie wird die Stimmung sein? Wie soll ich mit meinem kleinen Campingplatz im engen Seitental gegen solche Plätze wie jetzt hier in Sankt Goar überhaupt eine Chance haben? Habe ich überhaupt eine Chance?

Schließlich angekommen vergesse ich zumindest die Anspannung. Denn für die anderen Mitstreiter ist es genauso aufregend. Da es sich um eine Pilotfolge der MeinLokal-DeinLokal-Reihe handelt ist das für die TV-Crew auch alles Neuland.

Meine ersten beiden ‚Kontrahenten’ sind bereits da. Sofort muss ich feststellen, dass eine recht entspannte Atmosphäre unter uns Kollegen herrscht. Matthias und Heiko, aber auch Frank der zwischenzeitlich angereist ist, verraten nicht wo ihre Plätze liegen. Alles soll spannend bleiben und muss ohne Zweifel ein großes Geheimnis bleiben.

Wir werden in Zweier-Teams eingeteilt und so erkunde ich zusammen mit dem eher ruhigen Frank den Platz.

Der erste Eindruck ist für mich geprägt von Gegensätzen.

Das Rheintal ist ja eigentlich viel breiter als mein beheimatetes Moseltal, doch der Campingplatz ist sehr schmal und über einen Kilometer lang gezogen. Die Einfahrt ist schön begrünt und mit vielen Blumen geschmückt. Doch das riesige Baugerüst – das schon längere Zeit dort steht – verzerrt das Bild dann doch. Und was ich keinesfalls geglaubt hätte, es ist seltsamerweise sehr ruhig! Dabei soll es am Rhein doch so laut sein? Ich glaube wir warten mal ab…

Nachdem Frank und ich den Platz und die Sanitäranlage besichtigt haben hat die TV-Crew entschlossen das wir beide heute zelten dürfen. Das stellt uns beide vor die größte Herausforderung des Tages. Denn das letzte Zelten liegt bei uns beiden mindestens 20 Jahre zurück. 

Vertrauensvoll in die eigene Kraft stehen die Zelte nach kürzester Zeit!

Jede Szene und Einstellung muss bestimmt 3 mal gedreht werden. Daher verzögert sich der Tagesablauf extrem nach hinten. Die beiden Teams werden gedreht, der Rezeptionsalltag festgehalten und zum Schluss auch das Essen des dazugehörigen Restaurants getestet. So kommt es, dass Frank und ich erst gegen 3 Uhr morgens in unsere Zelte schlüpfen können. Wir alle sind ziemlich müde vom ersten Tag.

Plötzlich ist er dann aber da! Der Lärm! Alle 70 Sekunden ein Güterzug. Demnach reduziert sich mein Schlaf auf ein Minimum.

Sehr zu unserem Leidwesen werden wir am nächsten Morgen um 7 Uhr geweckt. Durch die kleine Öffnung meines Zeltes blicke ich direkt in eine Kameralinse, sowie die Gesichter von Tonmann, Regisseur und Aufnahmeleiter. Zugegeben so wurde ich noch nie geweckt. Allerdings soll das nicht das letzte Mal sein.

Nach einem kurzen Frühstück heißt es dann für alle Abfahrt zur nächsten Location.

Zu uns nach Brodenbach!

2. Tag –Brodenbach-

Auch die Rückfahrt nach Hause ist an Anspannung nicht zu übertreffen. Wieder hunderte Fragen schießen durch meinen Kopf!

Wie sehen die Kollegen deinen Platz? Hat Sonja und das Team alles gecheckt? Man weiß ja auch von Anfang an, dass der eigene Platz nicht perfekt ist. Jedoch stellt sich die große Frage – werden die Kollegen diese Mängel sehen? Wie bewerten Sie diese?

Es soll ein Tag voller Hochs und Tiefs werden, eine Achterbahnfahrt zwischen Selbstzweifel und Übermotivation!

Am meisten freut mich, dass Frank ein Upgrade der besonderen Art bekommt. Er hat das große Los gezogen und darf in unserem NEUEN Tiny House übernachten. Martin und Matthias nächtigen auf dem Campingplatz. Sie wurden für das beurteilen des Platzes ‚eingeteilt’. Frank und Heiko erkunden derweil die Unterkünfte und die Küche.

Eigentlich habe ich an diesem Tag nicht viel zu tun. Nur das ein oder andere Interview oder einen Kommentar zu einer Kritik, das war’s. Doch die fast unerträgliche Ungewissheit und die wahnsinnige Anspannung bleibt.

‚Was sagen die anderen über dich…?’. Das macht mich an diesem Tag regelrecht fertig. Zum Abendessen hin fühle ich mich wohler. Ich bin in meiner gewohnten Umgebung. Hier weiß ich was ich kann. Die vier Essen für meine Kollegen zu kochen setzt mich zugegebenermaßen extrem unter Druck. Eine Wahnsinns Erfahrung!

Die Minuten nach dem die Essen raus sind wieder geprägt von Zweifeln.

Wie kommt mein Essen bei den anderen an? Schmeckt es allen? Nichtsdestotrotz koche ich so wie jeden Tag für meine Gäste. Ich verstelle mich nicht, nur wegen einer Filmcrew. Dennoch steht man in der Öffentlichkeit und will sein Bestes geben!

Umso erleichterter bin ich als es allen schmeckt!

Mit einem Mal fällt der ganze Druck ab. Ich bin wirklich befreit und erleichtert. Der Morgen danach fühlt sich unglaublich gut an. Mein Gastgebertag ist vorbei. Ab jetzt kann ich die restlichen Tage genießen. Erstaunlich gut ist auch meine Stimmung.

3. Tag –Treis-Karden-

Gepushed vom Vortag und voller Energie treffen wir alle gemeinsam auf dem Platz von Matthias in Treis-Karden ein. Ein 5-Sterne-Platz. Puh! Die Konkurrenz ist groß!

Gewohnt euphorisch begrüßt uns Matthias auf seinem Platz Mosel Islands. Der erste Eindruck ist gut. Sehr gepflegter Platz. An vielen Stellen durchdacht und mit dem dazugehörigen Yachthafen schon fast einzigartig. Ein Hauch von Cote d’Azur liegt in der Luft.

Heiko und ich werden heute als Duo Infernale den Platz abchecken. Nachdem wir unsere Wohnmobile platziert und das erste kühle Bier unter Heikos Markise genossen haben, fühlen wir uns genug motiviert um den Platz mal auf eine ganz neue Art zu erkunden – nämlich als Gäste!

Kurzer Hand wird ein Grill-Donut gechartert mit dem man dank eines Außenborders auf der Mosel fahren kann. Schnell stellt sich heraus, dass Heiko nicht fürs Wasser gemacht ist. Ich habe dafür umso mehr Spaß!

Auch vom Wasser aus bestätigt sich – Matthias hat seinen Platz im Griff und alles ist sauber und gepflegt. Lediglich die Öffnungszeiten der Rezeption und das fehlende Frühstücks- und Brötchenangebot sollen für Punktabzug sorgen.

Oder vielleicht haben ja Martin und Frank noch mehr ‚Mängel’ gefunden?

Wie Matthias sind auch die beiden Brüder, die das zu Platz gehörende Restaurant betreiben, echte Unikate. In hervorragendem Kölsch wird hier an der Mosel der Besucher empfangen und bekocht. Nach dem ein oder anderen Kölsch und dem guten Essen falle ich in mein Wohnmobil.

Ich frage mich ob das heute schon der Sieger war? Wir werden sehen. Morgen geht es erst mal weiter zu Frank ans Pulvermaar.

4. Tag –Gillenfeld / Pulvermaar

So weit bin ich tatsächlich schon lange nicht mehr in der Eifel gewesen. Aber ich muss sagen ‚Der Weg hat sich gelohnt!’.

Frank’s Platz ist eher ein eigenes Dorf. Neben dem absolut idyllisch gelegenem Campingplatz gibt es mehrere Holzhäuser zum dauerhaften bewohnen. Auch ein Wohnmobilhafen ist vorhanden.

Matthias und ich dürfen heute hier in zwei der Mietunterkünfte schlafen. Diese wurden von Frank’s Vater in den 60er Jahren errichtet. Neben einem Bad und Schlafzimmer bietet die Unterkunft auch ein Wohnzimmer und eine Küche.

Doch bevor wir die Quartiere für die Nacht bekommen hat Frank noch eine schlechte Nachricht für uns.

Seine Köchin hat sich leider krank gemeldet und somit gibt es nur ein abgespecktes Abendessen für uns. Die Anspannung ist Frank deutlich anzusehen. Ich hoffe das sich diese Situation nicht allzu negativ für ihn auswirkt.

In der Mietunterkunft fällt mir dann doch noch etwas negativ auf. Die Couch meiner Wohnung ist voller Hundehaare. Ich bin selbst Hundebesitzer und weiß nur mit Hundehaaren an der Kleidung ist man richtig angezogen! Dennoch gibt es Gäste die dafür kein Verständnis haben und nichts desto trotz muss es tadellos sauber sein.

Man merkt der Mietunterkunft ihr Alter an. Neben der haarigen Couch herrscht in beiden Wohnungen ein leicht modriger Geruch nach feuchtem Holz. Schade, denn ich habe Frank in den letzten Tagen lieb gewonnen und daher schmerzt ein Punktabzug umso mehr. Doch Sauberkeit ist das A und O!

Das Abendessen besticht durch Hausfrauenkost. Es gibt Würstchen mit Nudelsalat oder auch Frikadellen mit Kartoffelsalat. Die Menge ist eher für 20 als für 4 Personen. Ich frage mich wie Frank da kalkuliert?

Insgesamt muss ich sagen, dass Frank und sein Platz absolut perfekt zusammen passen. Er ist ein liebenswerter Mensch, der den Platz bestmöglich betreibt – idyllisch ist er. Der Maar zum greifen nah – ein absoluter Pluspunkt. Dennoch ist Frank in der Archäologie zu Hause. Eine beachtliche Steinsammlung hat er auf dem Platz zur Anschauung ausgestellt.

Grundsätzlich ist alles stimmig – nur die Sauberkeit ist hier ein Manko.

Das Frühstück ist wieder eine Riesenportion und erneut eher für 20 Personen gedacht. Wir genießen noch die Eifel und das Frühstück – hier und da noch ein paar Interviews und dann auf zur letzten Location. Wir merken so langsam liegen die Nerven blank. Sicherlich liegt das am mangelnden Schlaf.

5. Tag –Kastellaun-

Von der Eifel fahren wir in den tiefsten Hunsrück nach Kastellaun. Erst jetzt merkt man das die Betriebe doch ein gutes Stück auseinander liegen.

Endlich angekommen stellt sich uns allen erst mal die Frage ‚Ist das jetzt hier ein Campingplatz oder ein Hotel?’

Heiko betreibt hier in Kastellaun das Burgstadt Hotel mit zugehörigem Campingpark. Ich bin gespannt wie sich diese beiden Personenkreise verbinden lassen.

Als Heiko uns das Konzept des Platzes erläutert ist uns allen die Verwunderung ins Gesicht geschrieben. Kinder sind hier erst ab 14 Jahren erlaubt. Wir sind uns alle einig und finden das ist ein gewagter Schritt. Aber Heiko steht dazu!

Alles in allem ist der Platz sehr nüchtern und doch wirkt er aufgeräumt. Ein Sanitärgebäude und terrassierte Stellplätze. Das war’s. Ich persönlich fühle mich hier eher auf einem großen Parkplatz untergebracht als auf einem Campingplatz. Mir fehlt hier irgendwie das heimelige oder vielmehr das persönliche.

Im Hotel kann man das zugehörige Restaurant besuchen. Aber das Highlight des Hotels / Platzes ist der Flugsimulator einer Boeing 737 im Keller.

Martin und ich sind direkt Feuer und Flamme. Nach einer kurzen Einweisung geht’s auch schon los.

Mal eben unter der Golden Gate Bridge durch fliegen macht man nicht jeden Tag. Das ist tatsächlich einzigartig. TOP!

Das griechische Restaurant – welches sich im Hotel befindet – ist ein klassisches Restaurant ohne erkennbare Mängel. Wenn da nicht Matthias wäre!

Bei uns allen liegen am letzten Abend die Nerven blank. Lange Drehtage und kaum Privatsphäre hinterlassen bei allen ihre Spuren. Doch als der Kellner Matthias’ umbestelltes Essen zum zweiten Mal falsch serviert, brennt ihm die Sicherung durch.

Ein Wort folgt auf das andere und Matthias verlässt das Lokal! Wow…

Wenn das mal nicht ein böser Punktabzug für Heiko ist. Wir anderen sitzen total geschockt vor unserem Essen. Mit knurrenden Mägen sitzen wir da und müssen auf Matthias warten. The Show must Go on!

Nach ein paar beruhigenden Worten und einer Aussprache zwischen Heiko und Matthias hat sich die Lage zumindest etwas entspannt und wir können endlich essen. Beim Frühstück am nächsten Morgen ist Matthias’ Ausraster immer noch das Thema Nummer Eins!

Doch die Entscheidung rückt näher. Wir alle sind nun gespannt wer der Sieger sein wird. Keiner von uns weiß wer es sein könnte, doch in einem Punkt sind wir uns alle einig, gegönnt sei es jedem!

Nach der Punktevergabe und der Siegerehrung fahre ich sichtlich erleichtert in meinem geliehenem Wohnmobil – (DICKES Danke an Marco Hoepp) nach Hause.

Eine aufregende und anstrengende Woche geht zu Ende.

Es hat Spaß gemacht mal als ‚Camper’ unterwegs zu sein und mal andere Betriebe kennenzulernen.

Jeder Platz ist eindeutig ein Unikat und jeder Platz hat seine Vor- und Nachteile.

Ich bin gespannt was die TV-Crew aus der Woche gemacht hat und freue mich total auf die Ausstrahlung! Schaltet ein und drückt uns die Daumen!

Täglich – Kabel eins, 17.55 Uhr, 28.8. bis 1.9.