Kräuter be-greifen

Mit Kindern der Natur auf der Spur! Gibt es Trolle, Zwerge und Hexen?

Meine Oma ist Schuld! Sie hatte einen tollen Garten mit allem was das Kinderherz begehrte… Der war groß, da konnte ich verstecken spielen, zwischen Tomaten und Johannisbeeren musste Sie mich suchen! Diese Leidenschaft für die Erde, etwas zu pflanzen, ernten, schmecken, die Liebe zur Natur und auch die Freude am Kochen habe ich von ihr „mit“bekommen. Kochen konnte Sie! Noch heute habe ich den Geschmack Ihres einfachen – aber dennoch genialen Gurkensalates im Mund! Werde ihn nie so hinbekommen! Und trotzdem ist es die Erinnerung an Sie, Ihr unglaublicher Erfahrungsschatz, das Wissen über Kräuter und Pflanzen, die mich viele Jahre später zur Kräuterexpertin werden lassen. Meine aufgeschlossene Tochter Mia wächst hier auf. Sie geht so oft wie möglich mit auf Kräutersuche. Sie ist es, warum ich meine Ausbildung erstmal den Kindern widme. Die Liebe zur Natur und die Leidenschaft für die Gastronomie, zwei Herzen in meiner Brust – somit war klar, beide Teile müssen kombiniert werden! Als Mutter ist mir nicht nur aufgefallen, das bereits kleine Kinder (zwischen 2 – 4 Jahre) eine unglaubliche Auffassungsgabe haben, sondern auch, dass es in unserer Region viel zu wenig für (Klein-)Kinder gibt.

In der heutigen schnelllebigen Zeit möchte ich Kindern die Möglichkeit bieten, das Geheimnis der Kräuter und Wildkräuter zu erforschen. Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten Ihre Umgebung und die Natur in der sie aufwachsen erforschen. Der Wald bietet optimalen Raum, an dem der Phantasie und der Bewegung keine Grenzen gesetzt wird. Alle Sinne werden im Wald angesprochen. Riechen, Fühlen, Sehen, Hören und Schmecken sind Teil der Wanderung.

In Form von Waldspaziergängen oder einem Besuch auf unserer Mühlen-Wiese sollen die Kinder spielerisch Pflanzen sammeln und diese später unter Anleitung in unserer Gastronomie-Küche verarbeiten. 

Einige Stunden in der Natur zu verbringen lässt Zeit und Raum vergessen, das Lebenstempo verlangsamt sich und wir finden innerlich zur Ruhe und Ausgeglichenheit. Verschiedene Naturerlebnisse und Naturerfahrungen leisten einen enormen Beitrag zur Entwicklung des Kindes bei. Neben einer besseren Stimmung, wird auch das Selbstwertgefühl gesteigert. Die sinnliche Erfahrung mit Tieren und Pflanzen erweitert nicht nur die kreativen Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und Ausdrucksfähigkeiten, sondern macht sozial kompetenter, verbessert die geistigen Leistungen und baut Aggressionen und Ängste ab. Ich möchte in unserer hektischen Zeit und den ständigen Veränderungen Kindern eine Auszeit in der Natur schenken, hier können sie sich austoben, etwas erleben, begreifen und spüren. Die anschließende Verarbeitung in der Küche fördert die ganzheitliche Entwicklung der Kinder. Die Kräuter geben neue Impulse um in der Küche umzudenken. Ebenso fördert das gemeinsame Kochen oder Backen den Zusammenhalt und wird zu einer Erfahrung, von der die Kinder noch lange profitieren und gerne zurückdenken. Ich denke auch oft und gerne an den Garten meiner Oma zurück und habe ein weinendes Auge, denn er ist seit vielen Jahren nicht mehr da. Aber für mich steht fest, irgendwann werde ich wieder Tomaten, Johannisbeeren pflanzen – wer weiß, möglicherweise muss ich mich dann wieder verstecken – dann vielleicht selbst als Oma.

„Die Natur muss gefühlt werden.“ (Alexander von Humboldt 1769-1859) Sie darf auch erschmeckt werden!

Es gibt keine festen Termine oder Programm – die Natur und die Jahreszeiten bestimmen die Kräuter für die Küche! Ich freue mich, möglichst viele Kinder in den Zauberwald entführen zu dürfen!