Weil es 2017 ist…

Hätte mir jemand im Januar gesagt, das 2017 für uns SO verläuft, ich glaube, ich wäre mit Sack und Pack auf die Malediven ausgewandert und hätte es einfach ausgesessen! =)

Aber wer uns kennt, der weiß, Malediven sind schön, aber keine Option für Familie Heinz! Wohin mit unseren Ideen, Energien, unserer Neugierde Neues auszuprobieren oder die Lust Dinge anzupacken?

Also, Augen zu und durch… schließlich weiß ja keiner wie oder was kommt. Es kommt ja immer anders als man denkt.

Frühjahr

Bei uns folgte ganz zu Beginn die Planung sowie der Umbau des Parkplatzes und des ganzen Vorgeländes. Die Arbeiten schritten gut voran – alles lief nach Plan – bis Ostern!

Durch die ganzen Erdbewegungen kam es zum Rutschen einiger Steine, die schließlich ein Kanalrohr blockierten. Somit hatten wir pünktlich zur Saison-Eröffnung unseren ersten Wasserschaden.

In den Sanitäranlagen staute das Wasser zurück und der Waschmaschinenraum war erstmal stillgelegt. Unser erster Gedanke war, die Waschmaschine hat ein Defekt. Aber diese erste Vermutung sollte sich bald als negativ erweisen.

Spät abends kam eine Firma um per Kamera nach dem Fehler im Rohr zu suchen. Bis fast 01.00 Uhr in der Früh haben sie verzweifelt jede Ecke des Rohrs erkundet. Schlussendlich der Befund. Die Steine sind ins Rutschen gekommen und verhindern einen Ablauf des Wassers – es kommt zum Rückstau. Frohe Ostern!

Nach dem Oster-Wochenende haben die Landschaftsgärtner den Parkplatz erneut aufgebaggert, damit das Rohr erneuert werden konnte. Immerhin war noch nicht gepflastert! Glück im Unglück! Also ist nicht nur der Parkplatz oberirdisch neu, nein auch unterirdisch ist jetzt alles erneuert.

Es kam aber wie es kommen musste, einer der Baggerschaufeln erwischte unsere oberirdische Telefonleitung… PADAUTZ… Leitung gekappt, Affe tot. 
Ja, wir haben noch eine oberirdische Leitung! =) Ohje, ganze 48 Stunden kein Internet oder Telefon!

Wer schon mal mit der Telefongesellschaft zu tun hatte, der weiß sicherlich, dass kann amüsant werden. Wer verlegt jetzt die Leitung in den Boden? Wer ist für den alten „Post“-Mast zuständig und letztendlich auch für den Hausanschluß?

Nach unzähligen Telefonaten mit verschiedenen Firmen und Ansprechpartnern ist am Ende das Kabel in der Erde verstaut, Internet sowie Telefon funktionieren auch wieder.

Achso, zeitgleich lief der Bau unserer Tiny Mühlenhäuschen. Mein persönliches Highlight hierbei war, neben der verlängerten Bauphase, auch die Möbelbestellung.

Manche Firmen haben das Wort Dienstleistung noch nicht wirklich verinnerlicht!
Alle Möbel wurden prompt geliefert – daran ist nichts auszusetzen. Nach dem Rechnungserhalt war uns allerdings klar, die Rechnungen sind fehlerhaft. Keine Firmenadresse war zu lesen.

Zum Telefonhörer gegriffen – das funktionierte ja nun wieder – und dort angerufen. Kann ja nicht so schwer sein, eine neue Rechnung auszustellen. Nur das wir diese Rechnung ohne die Firma gemacht haben…

Vorschlag vom Call Center war, alles zurücksenden was wir gerade erst erhalten hatten und nochmal neu bestellen!!! Wie bitte? Das ist doch nicht Ihr Ernst… Das klingt sehr nach „Verstehen Sie Spaß?“ Die Dame vom Call Center betonte, wir sind nicht bei der Spaßsendung sondern das ist nun mal so und daran kann man jetzt nichts ändern.

Also, gut, Sie wollte es ja so… dutzende Bestellnummern wurden jetzt durch den Hörer diktiert. War Gott-sei-Dank alles da, bis auf zwei Gardinenstangen, die seien nicht lieferbar. Was soll ich sagen? Die zwei fehlenden Gardinenstangen lagen ja bereits in unserer Garage … Nach unzähligen Erklärungen, Telefonaten, Diskussionen mit unterschiedlichen Call Center Mitarbeitern – bis hin zur Buchhaltung, kamen nach 4 Wochen die umgeänderten Rechnungen per Email. So einfach geht’s…

Sommer

Es sollte doch jetzt nichts mehr schief gehen…
Freitag vor Pfingsten rief Kabel eins bei uns an. Ob wir vielleicht Lust hätten bei einer Sondersendung von „Mein Lokal – Dein Lokal“ mitzumachen? Mmmmmhhhhh…. Jeder, aber auch wirklich jeder, der auch nur einmal kurz in eine solche Folge reingezappt hat, weiß, es gibt immer einen Gastronomen, der nicht so gut wegkommt! Wollen wir das? Wollen wir alles was wir uns in den letzten Jahren weiter aufgebaut haben, innerhalb von 45 Minuten zunichte machen? Wollen wir uns einem Millionen-Publikum aussetzen? Vor allen Dingen, wollen wir 4 anderen Mitbewerbern Einblick geben in unseren Betrieb? Viele Fragen die der Kopf stellt… der Bauch sagt – Mach einfach, diese Chance bekommst du vielleicht so schnell nicht wieder… Wir hatten eine Stunde Zeit um uns das zu überlegen.

Zwischen Anreisen, Kochen, Vorbereitungen war Christian nun eine Stunde in einem Telefoninterview verwickelt. Wir machen’s also! Kurz nach Pfingsten fand schon ein Castingvideo statt. Das wurde den Produzenten vorgespielt, die aus 15 Bewerbervideos 5 auswählten. Eine Woche später kam der Anruf: Ihr seid dabei!

Die Sendung wird heißen: „Mein Camping – Dein Camping“.
Kurz darauf der nächste Schock!
Für die Sendung benötigt man ein Zelt oder einen Wohnwagen. Also, nur um das mal nebenbei klarzustellen: Wir betreiben einen Campingplatz, ja – aber Camper sind deshalb noch lange nicht!

Nein, sowas besitzen wir nicht… also woher nehmen? Gut, das war relativ schnell geklärt – Achim hat uns sein Zelt geliehen und der liebe Marco sogar sein Wohnmobil, womit es ja später in der Sendung noch ein kleines Problem gab… =)

Neben den Fragen der Übernachtung kamen natürlich noch weitere 1000 Fragen hinzu, wie zum Beispiel, Wer macht alles mit? Wer sind die anderen? Wie sehen dort die Campingplätze aus? Was für Pluspunkte haben die? Wie arbeiten die? Wie wird die Filmcrew sein? Wie kommen wir rüber…? Die TV-Woche ist Anfang Juli da. Es verlief alles wie im Flug oder im Traum – wir stellen fest, soviel anders wie die Anderen arbeiten wir nicht… jeder ist auf seine Weise stark, jeder hat seine Schwächen! Am Ende nehmen wir den Sieg mit nach Hause! Wir sind im absoluten Siegestaumel und können es gar nicht fassen!

Die Sozialen Netzwerke drehen durch – die Handys haben nur noch gebimelt, eine Whatsapp nach der anderen, eine SMS nach der nächsten, liebe Emails von netten Menschen, soviel Lob auf einmal – es war unglaublich! Ja, das erlebt man wahrlich nur einmal im Leben, da hatte der Bauch Recht… =)

Zeitungsinterviews folgen, die Presse schreibt nicht nur vor Ausstrahlung sondern auch danach noch den ein oder anderen Presseartikel. Apropos Presse… seit diesem Jahr arbeiten wir erstmalig mit einer Presseagentur zusammen. Viele Artikel über die Tiny Mühlenhäuschen in verschiedenen Zeitschriften wurden veröffentlicht. Die PR hat sich gelohnt.

Denn mehr Gäste werden auf uns aufmerksam. Viele haben uns im Fernsehen gesehen oder in der Zeitung über uns gelesen. Der TV-Auftritt war ein Segen, auch um zu zeigen, es gibt wunderschöne Fleckchen auf dieser Erde jenseits des Massentourismus. Jeder der an die Mosel reist, sollte sich auch in die Seitentäler begeben, wir haben nicht nur einige Burgen im Hinterland versteckt, wie zum Beispiel die Burg Eltz oder die Ehrenburg, nein, es gibt auch wunderschöne Mühlen und enge, verwunschene Täler mit großartigen Wanderwegen oder Ruinen.

Doch die Saison geht weiter. Jetzt fangen wir mit unserem wohl größten Projekt an. Der Anbau an die alte Mühle. Hier soll mehr Raum entstehen für die Küche um in Zukunft auch Kochkurse oder Küchenparties anbieten zu können. Natürlich entsteht auch mehr Lagerfläche, eine neue Kellertreppe und mehr Raum für Familie Heinz.

Zur Kellertreppe möchte ich kurz abschweifen. Das war ein herrliches Erbstück von meinem Opa Willi. In den 70er Jahren hat mein Vater geschworen, das erste was ich in diesem Haus renoviere, ist die Kellertreppe. Vor zehn Jahren hat Christian so was Ähnliches gesagt! Sie hat also noch weitere 40 Jahre halten müssen! Wir alle haben sie wahrlich gehasst. Diese enge, klapprige Holztreppe mit Leergut runter zu gehen oder wenn „schnell“ etwas zu holen war, du musst wissen, wo du hintrittst!

Nun ist sie weg und irgendwie auch ein Stück von meinem Opa Willi. Es ist doch verhext, wie sehr man an alten Dingen festhält, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind. Aber auch mich begleitet diese Treppe seid 37 Jahren. Auch wenn die neue um ein Vielfaches arbeitserleichternd oder auch viel platzsparender ist, es ist nicht mehr die Treppe die mein Opa mit seinen Händen gebaut hat. Sondern etwas Neues.

Abgesehen von der Treppe fordert die gesamte Situation des Neubaus sehr viel Kraft. Der ständige Lärm, der permanente Dreck kommt natürlich auch die Doppelbelastung hinzu. Dennoch ist für uns die gewonnene Platzsituation einfach überzeugender und somit nehmen wir das alles gerne in Kauf. Die Freude auf alle machbaren zukünftigen Projekte überwiegt ebenso.

Der wohl schwerste Gang in diesem Jahr war für uns – neben einem Krankenhaus-Aufenthalt unserer Tochter – definitiv einigen Jahresmietern nach über 30 Jahren den Platz zu kündigen. Der Pachtvertrag wird nach 35 Jahren nicht mehr verlängert. Die komplette Situation hat uns unendlich viel Energie geraubt. Enttäuschung und Wut macht sich breit – denn nach einer so langen Zeit erwartet man ein Entgegenkommen oder eine Einigung – aber die andere Partei ist da leider nicht von Ihrem hohen Ross zu bewegen und somit war für uns klar, das ist keine gute geschäftliche Basis auf die wir da weiterhin bauen würden. Also, raus aus dem Pachtvertrag – ok, nur wie sagen wir es den Mietern. Wir sind es Ihnen schuldig – es auf eine faire und ordentlich Art zu erklären – das ist es uns wert, nach über 30 Jahren Pachtverhältnis. Was uns unglaublich freut und auch sehr stolz macht, keiner hat auch nur einen Moment darüber nachgedacht, den Pachtvertrag aufzulösen, sondern alle sind bereit auf einen alternativen Platz umzuziehen.

Was nun, Ende 2018 mit der freien Parzelle passiert, wissen wir nicht – es liegt auch nicht mehr in unserer Hand! Wir möchten jetzt schon darauf hinweisen, sollte es auf einer Wiese zu meterhohem Rasen kommen, dann handelt es sich um die Parzelle, die wir nicht mehr betreuen! =)

Herbst


Im Herbst hatten wir einige spannende neue Projekte wie zum Beispiel die Ma(h)l-Zeit mit Marianne und Tina. Die zwei Malerinnen unterstützen Mal-Anfänger bei der Gestaltung einer Leinwand, nebenbei gibt es Kulinarisches aus der Mühlenküche. Dieses Event ist so gefragt, das wir für 2018 weitere Termine planen.

Dann war da noch der Mystische Mühlenabend mit Heike Gaudenti. Unter dem Motto: „Mistelzweig und Zauberwein, wer sich traut, der komm herein.“ Eine kulinarische Kräuter-Lesung mit begleitendem 4-Gang-Menü. Zwischendrin sollten die Gäste einem Ritual folgen. Der erste Abend kam sehr gut an und auch hier haben wir für 2018 schon einen Folgetermin.

Winter

Der Winter in diesem Jahr widmen wir ganz dem Rohbau. Es wird weiter in der Küche gewerkelt – damit die pünktlich 2018 zur Verfügung steht. Der Winter dient auch der Planung für das kommende Jahr – welche Veranstaltungen finden wann statt, welche Monate bieten kulinarische Highlights. Es sind unsere kreativsten Monate. Natürlich kommen wir auch zur Ruhe und tanken unsere Reserven wieder auf um im neuen Jahr wieder voller Energie da zu sein.

2017 war auf jeden Fall ein turbulentes Jahr! Das Jahr hatte auch viele positive Seiten, Überraschungen, viele liebe und nette Gäste mit sich gebracht. Viele neue Freunde haben wir gewinnen können.

Wir haben viel geleistet – darauf sind wir sehr stolz. Doch wir sind ja nicht auf den Malediven sondern in Brodenbach, genauer gesagt im Ehrbachtal und hier wollen wir die Füße nicht hoch legen, sondern alle unsere neuen tollen Pläne und spannende Projekte in die Tat umsetzen.

Ab Ostern 2018 wird dann das Abenteuercamp von Initiator Achim eingeweiht. Dann gibt es weitere Ma(h)l-Zeit – Termine mit Marianne und Tina, die unter Anleitung zeigen wie simple ein Gemälde entstehen kann. Es gibt Freundinnen-Nachmittage und Zauberhafte Kochmomente mit Christian, neue Kinder-Geburtstagsideen und vieles, vieles mehr.

Wir freuen uns auf Euren Besuch bei uns! Auch wenn es nicht die Malediven sind! =)