„Wandern ist des Müllers Lust“

… und als Müllerin in 7. Generation sollte es mir wohl ins Fleisch und Blut übergegangen sein. Nun ja, als Kind war „spazieren gehen“ nicht gerade meine Leidenschaft. Mit unserem vierbeinigen Familienzuwachs Ruben hat sich das allerdings wieder geändert. Mit ihm durch die Natur und die vielen neuen/alten Pfade zu erkunden, ist mein größtes Glück. Fernab vom Alltagsstress kann ich im Wald die Stille und Ruhe genießen. Das Rauschen der Bäume oder das muntere Zwitschern der Vögel hat etwas Meditatives.

Vor allem liebe ich die Ehrbachklamm – egal zu welcher Jahreszeit, sie bietet mir immer ein anderes Bild. Mit dem Auto fahren wir dann meistens bis zum Wanderparkplatz in Mermuth oder steigen bequem in den Wanderbus ein. Hier ist dann der Ausstieg bereits am Grieshof – also, einige Meter mehr zu laufen! Von Mermuth aus steigt man direkt ins wildromantische Tal ein und gelangt in die Daubisbergermühle. Gertrud betreibt dort seit vielen Jahrzehnten die Mühle und begrüßt die Gäste auf Ihre ganz eigene hunsrückerische Art. Nach einer kurzen Stärkung und der erste gestillte Wasserdurst für unseren Hund Ruben geht es von dort aus in das abwechslungsreiche Ehrbachtal. Vorbei an eindrucksvollen Wasserspielen des gurgelnden Ehrbachs über Holzbrücken, bis zum entlang hangeln am Fels ist alles dabei! Und Ruben mittendrin! Er liebt es genauso zu klettern oder durch den Ehrbach zu laufen – also, auch für Hunde ein abwechslungsreicher Weg. Er hat soviel Energie – die reicht auch noch zum Stöckchen spielen. Manchmal findet er einen großen, einen riesigen Stock, auf dem ein oder anderen schmalen Stück muss man dann aufpassen, sonst haut der einem das „Stöckchen“ von hinten in die Kniekehlen. Ein Bergen in der Klamm gestaltet sich für Feuerwehr und Rettungsdienst relativ schwierig! Aber seit es Vatertage gibt, sind die, man möchte fast schon sagen „routiniert“, im Bergen von verletzten Wanderern.
Da der Weg teilweise sehr nah am Flußufer entlang verläuft, genießt Ruben die vielen Einstiege ins kühle Nass – wo er seine glühenden Pfoten vom vielen Hin und Her laufen wieder erfrischen kann. Übrigens auch eine Wohltat für müde Wanderfüße! Der spannendste Teil der Klamm befindet sich zwischen der Daubisbergermühle und der Eckmühle. Letztere ist nicht mehr bewirtschaftet – daher sollte man sich vorher mit ausreichend Wanderproviant versorgen. Von Mermuth bis zur Mühle Vogelsang sind es ungefähr 10 Kilometer.

Der schönste Picknickplatz in der Klamm ist für uns zwischen der Rauschemühle und der Ruine Rauschenburg. Hier ist der idyllischste Fleck. Nach einer kurzen Pause geht es weiter über Holzbrücken, schmale, enge Pfade und über Felsbrocken. Hinter der Eckmühle wird der Weg zu einem breiten Wirtschaftsweg. Vorbei an saftigen, grünen Wiesen mit unterschiedlichen Pflanzen und Blumen die den Weg säumen. Über eine weitere Holzbrücke folgt ein kurzer „Anstieg“ und weiter an der Brandengrabenmühle vorbei. Bis hier hat Ruben den Weg mit Sicherheit zweimal zurückgelegt und läuft von nun an der Leine mit heraushängender Zunge. Ein kurzer Abstecher durch das kleine Ehrenburgertal mit der historischen Kapelle und der alten Apfelmühle sind sehenswert. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Hause. Wir wenden uns ab vom Ehrbach und laufen dem Mühlengraben nach durch das „Körjepitsche“. Sonntags wurde der schmale Weg zwischen Ehrenburgertal und Mühle Vogelsang von den Dählern als Verbindungsweg zwischen dem Dahl und der Kirche in Brodenbach genutzt, daher der Name „Körjepitsche“. Ein letztes Mal Stöckchen werfen für Ruben, ein letztes Mal saufen im Mühlengraben, ein letztes Mal die Pfötchen nass machen, anschließend ab ins Körbchen – Frauchen legt die Beine hoch, Schluss für heute!