Jedes Jahr um diese Jahreszeit bewundern wir den schönen kleinen Baum in unserem Garten mit den kleinen roten Früchten dran. Jedes Jahr jedoch ärgern wir uns gleichzeitig über den Dreck den dieser kleine Strauch macht. Die Amseln machen sich jedes Jahr über das erbsengroße Obst her. Daher haben wir dem Strauch auch nie sonderlich viel Beachtung geschenkt. Die Vögel sind so zeitig in dem Baum und picken die Ernte, daher haben wir es als „giftigen Vogelstrauch“ abgetan. Deswegen haben wir immer alles den Vögeln geschenkt.

Ein Besuch eines Kollegens verriet mir dann, dass es sich um eine essbare Felsenbirne handelt. Ein kleiner vergessener Strauch der Parks ziert, mit Früchten die an Heidelbeeren erinnern. Die kleinen erbsengroßen Beeren haben eine leichte Marzipan-Note. Die Felsenbirne ist in größeren Mengen giftig und es kann zu Verdauungsproblemen kommen. Schuld daran sind die kleinen Samen im Fruchtfleisch. Diese enthalten giftige Blausäure-Glykoside.

In Maßen gegessen sind die kleinen Beeren aber gesund, denn sie liefern sekundäre Pflanzenstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Mikronährstoffe und Vitamin C.  

Soviel Gesundheit in meinem Garten – und wir haben es nicht genutzt! 

Die Felsenbirne hält mit ihren Inhaltsstoffen das Herz gesund. Die Mineralstoffe unterstützen die Muskeltätigkeit und die Nervenfunktion. Gerbstoffe bekämpfen Entzündungen im Mund- und Rachenraum. 

Die Felsenbirne hat einen hohen Pektingehalt, daher benötigt man nicht so viel Gelierzucker wenn man sie einkochen möchte. 

Sie schmeckt auch köstlich wenn man sie zu Saft, Likör oder Gelee verarbeitet. Einfach so im Joghurt schmeckt die Felsenbirne auch wunderbar – die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig. Man kann sie auch trocknen wie Rosinen. 

Wir haben dieses Jahr dann die Beeren gepflückt und eine Marmelade daraus gekocht.

Hier ist mein Marmeladenrezept – für Euch:

  • 600 g Felsenbirne
  • 400 g Himbeeren
  • 500 g Gelierzucker
  • ½ Zitrone
  1. Alle Früchte waschen, dann weich kochen. Im Anschluss alles durch ein Sieb drücken, um die „giftigen“ Kerne herauszufiltern. Hier kommt ein wunderbarer Marzipan-Geruch in die Nase!
  2. Dann alles mit Gelierzucker mischen
  3. Unter Rühren alles aufkochen
  4. Nach der Gelierprobe alles heiß abfüllen. 

Man kann auch andere Beeren verwenden oder mit Apfelsaft. Viel Spaß beim Nachkochen und beim Felsenbirne sammeln!