Geht es Euch auch so? Die Tage fliegen geradezu an einem vorbei. Wir haben im Moment viel zu tun, auch ohne Gäste. Obwohl wir das natürlich viel lieber hätten! Wir machen Marmeladen und Gelees, Homeschooling, säubern die Beete, putzen die Fenster, räumen auf – was geht und bereiten uns vor, wenn Gäste wieder kommen dürfen.

Die Tage sind viel zu kurz

Webinare sprießen aus der Erde, daher habe ich angefangen zu malen, zeichnen, Handlettering. Auch habe ich endlich mit meinem Buch angefangen. Doch die Tage sind viel zu kurz. Vor allem mit zwei wilden Pipi Langstrumpf Kindern! =) Auch wenn wir einen anderen Plan für dieses Jahr hatten. Andere Ideen, Visionen oder auch Baustellen… aber oft kommt es dann doch wieder anders als geplant. Alle Planung für die Katz’, aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. An Visionen muss man festhalten, denn Stillstand heißt Rückstand. Helmut Schmidt sagte einmal, wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen… Heutzutage irgendwie schwierig, ohne Mundschutz, in Quarantäne und ohne triftigen Grund. 

Visionen in der „Krise“

Doch sind es nicht die Visionen, Träume und Ideen die uns Unternehmer gerade hoch halten, in solchen „Krisen“? Wenn es keine Visionäre gäbe, wäre Arnold Schwarzenegger nie Gouverneur von Kalifornien geworden, Angela Merkel nie Bundeskanzlerin oder Al Neuharth hätte nie die erfolgreichste Zeitung in den USA erfunden – die US today. (Danke hier für den Buchtipp… das Buch sollte man mal lesen…) Boris Becker hätte womöglich nie Wimbledon gewonnen… die Liste ist endlos. All diese Menschen sind Ihren Träumen gefolgt, hatten eine Vision, eine Idee, egal was im Außen passiert ist, sie sind weiter ihrem Weg gefolgt. Aufgeben war wohl auch da mal im Gespräch, doch irgendwie geht es immer weiter. Irgendwas hat sie weiter angetrieben an ihren Traum zu glauben. Gescheitert sind wohl auch einige, aufgestanden sind viele, liegengeblieben auch. Doch wenn Du heute aufgibst, weißt Du nicht ob Du es morgen geschafft hättest!

Wechselbad der Gefühle

Kürzlich fragte mich jemand, wie es uns denn so geht? Wenn ich darüber nachdenke, beschreibt es: Wechselbad der Gefühle am besten. Sind wir mal ehrlich, mit 2 Hektar Land um uns herum, fühlt sich eine Quarantäne nicht wirklich schlimm an. Kein Garten, kein Spielplatz, keine Tiere, keine Erde zum buddeln das wäre jetzt vielleicht „schlimm“, aber doch auch machbar – wir haben Internet, Netflix, FaceTime… und wir – wir haben noch verrückte Tiere! Die erheitern unseren Tag gerade immer wieder aufs Neue. Charlie, der Ziegenbock, der Hühner verscheucht, Ruben, unser Hofhund, der die Hühner anbellt, wenn sie versuchen, in Ruhe ein Ei zu legen. Hühner, die unseren Hund angackern, weil er sie stört, übrigens, legen die gerade überall Eier hin, unsere Ostereier-Suche wird dieses Jahr wohl mehrere Tage andauern. Und zwei wilde Kinder, die gerade das Gelände unsicher machen, wo es nur geht. So sieht Glück aus.

Dennoch jeder der am Ende des Monats sein Gehalt auf sein Konto überwiesen bekommt, hat es im Prinzip auch nicht schlimm. Jeder der gerade um seine Existenz oder Gesundheit bangt, der darf sagen wie furchtbar es gerade ist. Natürlich hast du es selbst in der Hand, ob du lachend oder weinend durch diese Phase schreitest, egal wie, wir müssen da jetzt durch. Unter uns Unternehmern wächst eine Einheit zusammen, das ist ein gutes Gefühl, wir unterstützen einander, wir beraten einander, wir sind für einander da. Das ist Solidarität. Auf der AIDA haben wir immer gesagt: Wir sitzen alle in einem Boot. Irgendwie fühlt sich das gerade genauso an.

Selbstständigkeit – nein Danke?

Auf meinem Lebensweg habe ich immer wieder Sätze gehört wie: „Selbstständigkeit – nein Danke“, oder „Was Du da alles am Bein hast…“, oder „Das ist nicht meins, da fehlt mir die Sicherheit“… Ja, ich gebe Euch allen Recht, es mangelt an Sicherheit, es fehlt an Personal, es gibt immer was zu tun, es gibt oft Schwierigkeiten mit Behörden oder Straßensperrungen, vor allem fehlt uns eins: die Wertschätzung… ABER… wir arbeiten in einer so tollen Branche, treffen immer wieder neue Menschen, es entwickeln sich daraus tolle Gespräche, wir sind unser eigener Herr, wir entscheiden wann und wie wir arbeiten, wir entwickeln Ideen oder lassen es sein, wir können kreativ sein, wir können Hochzeiten, Geburtstage, Familien- und Betriebsfeiern zu einem Erlebnis werden lassen, wir arbeiten mit Luxus- und Genussgütern zusammen, können immer das beste Fleisch, den tollsten Fisch, oder ganz neue Produkte probieren, vielleicht auch neues kreieren, wir lassen Urlaube zum Abenteuer werden, wir sind sogar flexibel, erfinden uns neu – wenn nötig innerhalb von Stunden =) – wir haben tolle Gastgeber, Gastronomien und Hotels in Deutschland.

Wenn es dazu einen Corona-Virus benötigt, um das wieder zu begreifen, dann bitte gleich zwei davon. Deutschland bietet von Bergen, Seen, Wälder, Flüssen über Nordsee, Ostsee eigentlich alles, dafür brauchen wir nicht in die Ferne zu schweifen. Wir haben tolle Landwirte, die gute Produkte erschaffen zum hoffentlich bald fairen Preis, sensationelle Winzer, die Tag und Nacht im Weinberg stehen, weil sie das mit Herz tun, wir brauchen keinen Wein aus Chile oder Frankreich. Unser heimisches Fleisch muss nicht lange Transportwege zurücklegen, es „lebt“ quasi vor der Tür. Vor unserer Tür wachsen Kräuter, die mehr Vitamine, Eisen und Spurenelemente aufweisen als manches Gemüse. Natürlich essen wir auch gerne Bananen, aber warum unterstützen wir nicht die einheimischen Obstbauern mit ihrem saisonalem Angebot. Das Gute liegt doch so nah.

Unterstützt Eure lokalen Geschäfte

Ich kann nur hoffen und vielleicht auch etwas appellieren und jammern, unterstützt nach der Corona-Welle Eure lokalen Geschäfte, nur so schaffen es die regionalen Läden wieder auf die Füße. Ohne Schausteller – keine Kirmes, keine Volksfeste, ohne Obstbauern – keine regionalen Gemüse und Obstsorten ohne lange Transportwege (über Plastik, CO2 redet gerade keiner mehr, oder?) ohne Hotels und Restaurants – keine touristischen Gäste, die natürlich auch ihr Geld an der Tankstelle, im Supermarkt, im kleinen Souvenirladen von nebenan lassen, ohne Friseur – ja, ohje, kann ich da nur sagen… zurück zum Neandertaler! Wie gesagt, wir haben in Deutschland doch so viel zu bieten und ehrlich gesagt, auch alles.

Trotz allem halten wir an unserer Vision fest, denn das ist es was wir wollen, was wir können, was wir lieben, trotz aller Schwierigkeiten und trotz mangelnder Sicherheiten, trotz Unverständnis anderer. Unsere Mühle ist seit 9 Generationen in Familienbesitz. Als „Mühle“ ist sie schon oft hingefallen und wieder aufgestanden. Wenn diese Mauern Geschichten erzählen könnten. Wie oft mussten sich meine Vorfahren auf neue Situationen einstellen und umstellen. Einst Getreidemühle, dann Wohnhaus, zwei Weltkriege, dann Pension, dann Wohnhaus, dann Straußwirtschaft… dann… wer weiß das schon. Aber aufgeben, das ist keine Option, das war es nie und wird es nie sein. Denn es muss uns Unternehmer und auch die Träumer geben, die mutig sind, die steinige Wege gehen, manchmal Umwege, manchmal gemütlich über die Landstraße tuckern und dann wieder mit Vollgas über die Autobahn preschen um an ihr Ziel zu gelangen, egal was links oder rechts von ihnen ist. Immer das Angestrebte im Visier. Ein guter Unternehmer hat ja auch meist noch einen Plan B und C in der Schublade…

„Ende gut alles gut, ist es noch nicht gut, ist es noch nicht zu Ende!“ (Verfasser unbekannt)
Wir freuen uns alle auf ein baldiges Wiedersehen! 

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