Jeder isst gerne Chips – besonders auf der Couch vor dem TV-Programm. Doch wisst ihr was? Es geht auch anders! 

Wir haben letztens Chips aus Brennnesseln hergestellt, vielleicht hat es der ein oder andere in unserer Instagram-Story gesehen. Wir haben dazu eine kleine Umfrage gestartet und die meisten von Euch haben noch keine Chips aus Brennnesseln probiert. Daher kam ich auf die Idee, Euch das Rezept zu verraten! Jeder kennt das „Un“kraut, was sich ganz egoistisch überall niederlässt wo es ihm gefällt. Alte Kräuterkundige behaupten allerdings, das es kein Zufall ist, wo die Brennnessel wächst, denn sie sagen, sie lasse sich nur dort nieder an denen sich Erdstrahlen schneiden oder wo sich Wasseradern kreuzen. Die Pflanze soll zudem bekannt dafür sein, Gewitter fern zu halten, daher ist es nicht schlecht, sie in der Nähe des Hauses wachsen zu lassen. Man weiß ja nie! Aus dem Grunde kennt man sie mancherorts auch als Donnernessel. Doch die Brennnessel hat leider keinen guten Ruf – neuerdings wird sie ja auch noch mit drei „n“ geschrieben, was es nicht gerade besser macht, wie ich finde. Viele Menschen bezeichnen sie tatsächlich als lästiges Unkraut und viele Kinder fürchten sich vor ihren gefährlichen Nesseln. Sie sieht so unschuldig aus und hat es doch faustdick hinter ihren Blättern. Ich bin als Kind auch mal in Brennnesseln gefallen, dass vergisst man so schnell nicht. Wahrscheinlich rührt daher auch der Ausdruck „in die Nesseln gesetzt“ – das ist ja eine gängige Redensart wenn jemand ausversehen ins Fettnäpfchen tritt. Insbesondere dienen ihr die Brennhaare nur als Schutz vor Fraßfeinden, die enthaltene Ameisensäure zusammen mit der Kieselsäure hinterlässt einen furchtbaren Juckreiz auf der Haut. Dagegen hilft übrigens der Breitwegerich! Das wusste schon meine Oma – sie hat mir immer ein Blatt gegeben, es in der Hand zerrollt und mir dann auf die juckende Stelle aufgelegt. Besser noch, wenn man den Breitwegerich im Mund zerkaut und die „Paste“ dann auf die unangenehmen, brennenden Stellen aufpresst. Das ist für die schnelle Hilfe unterwegs ein guter Rat. Der Name „Nessel“ ist bei den älteren unter uns sicher auch noch ein Begriff. Ganz früher wurden aus den Brennnesselfasern Fischernetze oder Tragenetze hergestellt. 

Superfood Brennessel

Die Brennnessel ist im Übrigen ein wirkliches Superfood. So enthält sie neben Kieselsäure auch Vitamin C, Eisen, Calcium, Magnesium und Eiweiß. Gerade nach dem langen Winter freuten sich die Menschen im Frühjahr über die Brennnessel um ihren gesamten Organismus wieder in Schwung zu bringen, zudem fanden sie die Nesseln überall und sie kosteten keinen Cent. (Was im Übrigen für die Chipsherstellung nicht gerade förderlich ist! Denn es könnte eine Suchtgefahr entstehen!) Aufgrund ihrer guten Wirkstoffe ist sie bis heute als reinigende und entgiftende Pflanze sehr geschätzt. Sie soll bei Harnwegsinfekten, Rheumatischen Beschwerden oder Gicht gute Wirkungen erzielen. Auch bei unreiner Haut oder gegen Haarausfall kann sie Anwendung finden.

Mittlerweile findet die Brennnessel auch hierzulande wieder mehr Einklang in unsere Küchen. Durch das Kochen werden die Brennhaare zerstört und man kann sie gut genießen. Wir haben auch schon einiges ausprobiert in unserer Küche mit der Brennnessel, wir haben die Samen in die Spätzle-Masse gegeben, Knödel gerollt und statt Spinat dann Brennnessel verwendet, sie in die Nudelteige eingeknetet – so werden die schön grün oder als Suppe gekocht. Auch als Brennnessel-Pesto lässt sie sich gut verarbeiten und schmecken gut zu Nudeln. Wir haben auch schon Brennnessel-Quiche gemacht und die fand auch bei unseren Gästen großen Anklang. Manche schwören auf Brennnesseln in Smoothies oder Säften. Ihr seht, sie ist sehr vielseitig verwendbar und jetzt haben wir auch noch Chips davon gemacht. Das ist wirklich kinderleicht. 

Wir sind also morgens Brennnesseln sammeln gegangen. Am besten, wenn es trocken ist und die Nesseln nicht nass sind. Wir haben nur die obersten, einzelnen Blätter abgeschnitten von der Pflanze. 

Brennessel-Chips leicht gemacht

In der Küche geben wir die trockenen Blätter direkt in eine Pfanne mit heißem Öl. Sie verändern ihre Farbe und werden nach wenigen Minuten richtig dunkelgrün. Dann kann man sie aus dem Öl fischen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen. Nun salzen und mit verschiedenen Gewürzen bestreuen. Hier eignet sich am besten natürlich Paprikapulver – wie bei den Kartoffelchips auch, aber es schmeckt auch mit Currypulver oder gemahlenem Knoblauch – hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – da könnt ihr ganz nach Eurem Geschmack gehen. Mit geriebenem Parmesan sind sie bestimmt auch ein Genuss! Das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert aber der nächste Fernsehabend kommt bestimmt! Die Gesundheitsexperten sagen doch immer wir sollen möglichst farbenfroh essen, versucht doch auch mal Rote Beete-Chips, Möhren-Chips und Brennnesselchips – bunter geht’s nicht! =) 

Viel Spaß beim Nachmachen!