Es ist schön zu beobachten, wenn hier und da die weiße Schneedecke, dem satten Frühlingsgrün weicht. Langsam geht der Winter und der Frühling erwacht. In manchen Gärten schießen schon die ersten Frühlingsboten aus der Erde. 

Ich bin immer etwas erschlagen zu Beginn des neuen Jahres. Die Frühjahrsmüdigkeit packt mich direkt nach dem Winterschlaf. Um dem etwas entgegenzuwirken, können einige der ersten Wildkräuter helfen.  Sie unterstützen den Körper beim Entgiften, Entschlacken oder bringen unseren Stoffwechsel wieder in Schwung. 

Teilweise besitzen manche der sogenannten „Un-Kräuter“ mehr Vitamine, Magnesium, Kalium, Eisen, Kalzium oder Phospor als Obst und Gemüse. 

Wenn ich Kräuter in der Natur sammeln gehe, pflücke ich nur die Kräuter, die ich auch richtig bestimmen kann. Auch pflücke ich nur fernab von Hundewegen oder dem Straßenverkehr. 

In den frühen Morgenstunden sammelt es sich am besten. Ich pflücke auch nur so viel, wie ich selbst benötige, damit sich die teilweise noch jungen Pflanzen wieder erholen können. 

Ich stelle heute mal drei gängige Unkräuter vor, die jeder kennt, der eine mag sie mehr, der andere weniger. 

Löwenzahn

Meine Kinder lieben den Löwenzahn, so wie fast ein jedes Kind. Es macht ihnen sehr viel Freude, die kleinen Fallschirme der Pusteblume wegzublasen. 

Löwenzahn bringt im Frühling den gesamten Organismus in Schwung, er belebt sämtliche Körperfunktionen. Dieser kleine, gelbe Korbblütler wächst nahezu überall, selbst durch den Asphalt hat er sich schon gekämpft. 

In der Küche findet die komplette Pflanze Anwendung. Aus der getrockneten Wurzel kann man sich eine Art Kaffee zubereiten. Ich habe es noch nicht ausprobiert, daher kann ich nicht sagen wie er schmeckt. Aber die jungen Blätter und Stängel vom Löwenzahn schmecken köstlich im Salat. Ich mische sie zusammen mit einem Kopfsalat, dann schmeckt der Salat nicht ganz so bitter. Wer es allerdings bitter mag, kann den Löwenzahn natürlich auch wie Salat zubereiten ohne andere Blätter. 

Aus den gelben Köpfen mache ich im Frühjahr immer ein Gelee. Dazu zupfe ich die gelben Blüten von den Stängeln, das ist etwas aufwendig, aber es lohnt sich!

Dabei gebe ich etwas Orangensaft und Gelierzucker im Verhältnis 2:1. Es schmeckt ein bisschen wie milde Orangenmarmelade. Wer es stückig mag, verwendet einen Orangensaft mit Stückchen. Es gibt natürlich auch noch viele weitere tolle Verwendungen in der Küche für die junge Pflanze.

Beim Löwenzahn ist es so, je jünger die Pflanze ist, desto milder schmeckt sie. Löwenzahn ist im Übrigen auch ein gutes Kraut für Leber und Nieren. 

Brennnesseln

Oft gefürchtet und doch ein absolutes Superfood in unseren Wäldern und auf den Wiesen oder auch ungewollt im Garten. Jeder kennt die Brennnessel mit ihren fast herzförmigen Blättern und dem gezackten Blattrand. 

Wenn ich Brennnesseln für unsere Küche pflücken gehe, trage ich meistens Handschuhe oder ich knipse die Blätter mit der Schere ab und halte die Schüssel darunter. Nach einem kurzen aufkochen im Wasserbad stellen die Brennhaare keine Gefahr mehr dar. 

Wir machen davon Quiches, Brennnesseln-Nocken, als Auflauf, als grüne Nudeln oder Brennnessel-Spätzle, sie schmeckt uns köstlich und ist quasi ein Spinatersatz. Obendrein ist der Garten frei von Brennnesseln und Bioqualität haben sie allemal! Sie verfügt über einen höheren Eisengehalt als Blattspinat und kann die Durchblutung fördern. Hätte Popeye mal Brennnesseln gegessen, statt Spinat… 

Gärtner und Gartenfreunde setzen eine Jauche an und verwenden diese als Pflanzendünger und als Schadinsektenvertilger. 

Unsere Ziegen mögen Brennnesseln sehr gerne, allerdings erst nachdem sie abge“mäht“ wurden. 

Huflattich

Der kleine Huflattich mag kalkhaltige und feuchte Lehmböden. Er bevorzugt sonnige Standorte. Ich habe ihn an bei uns am kleinen Mühlenbach entdeckt, doch seit die Hühner und Ziegen dort wohnen, ist er leider verschwunden. 

Der Huflattich kann vor der Blüte leicht mit dem verwandten Pestwurz verwechselt werden. Die Pestwurz hat auf der Unterseite der Blätter eine weiße Behaarung. Pestwurz ist ungiftig, daher wäre eine Verwechslung nicht tragisch.

Huflattich findet in der Küche kaum Verwendung, die Blätter eignen sich zum Befüllen von Fleisch- oder Gemüsemassen. Sie haben einen Artischocken-ähnlichen Geschmack. Ich verwende ihn um einen Hustensirup herzustellen, der von meinen Kindern sehr gerne genommen wird. Hierfür verwendet man die Blüten und Blätter der Pflanze, schneidet alles klein. Anschließend wird schichtweise mit Rohrzucker in ein Glas gefüllt und über einen Zeitraum von gut acht Wochen in den dunklen Keller gestellt. Danach wird der Sirup abgeseiht, aufgekocht und abgefüllt. Schmeckt wohltuend bei Husten im Tee. 

Huflattich ist reich an Magnesium. 

Allein das Sammeln in der Natur kann auch gegen die Frühjahrsmüdigkeit helfen. Manchmal vergesse ich dabei die Zeit. Die frische Frühlingsluft im Wald und auf den Feldern bringt neue Kraft und Elan um aus dem Wintertief zu erwachen. Habt ihr schon mal bewußt im Wald die Frühlingsluft eingeatmet? 

Also, viel Spaß beim Sammeln!