Ein Wandertipp!

Kennt ihr überhaupt den Apollofalter? Es ist ein streng geschützter Schmetterling der leider vom Aussterben bedroht ist. Der Apollofalter ist hellgrau und besitzt an den Flügeln schwarze Punkte. Die unteren Flügel bestechen durch schwarz gefasste rote Flecken. Zwischen Cochem und Valwig (Treis-Kardener Berg) fühlt er sich an der Mosel besonders wohl. Am ehesten entdeckt man einen Apollofalter zwischen Juni und August. 

Die Ortsgemeinde Valwig hat im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes einen Rundweg namens Apolloweg etabliert. Es handelt sich hierbei um einen 7,5 km langen Rundwanderweg den man in gut drei Stunden gemütlich laufen kann. Auch mit größeren Kindern ist der Weg machbar. 

Auch mit Kindern ein toller Rundwanderweg

Wir haben uns dazu entschieden, diesen Weg einmal zu gehen und hatten beide Kinder mit. Wir sind auf den Treiser Berg gefahren und haben in Valwig geparkt. Für geübte Wanderer, bzw. solche die länger laufen möchten und die Herausforderung suchen, die können auch im Ort Valwig parken und über die Weinberge und durch den Niederwald hinauf zum Valwigerberg kraxeln. 

Wir sind vom Valwigerberg ein Stück über den Apolloweg hinunter nach Valwig gelaufen – aber auch so herum, irgendwie muss man ja wieder hoch zurück zum Start. Das war für die Mädchen schon etwas anstrengend. Wenige Minuten nach dem Start läuft man ziemlich an der Felskante entlang und hat einen wunderbaren Blick über das Moseltal. Ein gutes Stück weiter befindet sich ein Waldfriedhof. Teilweise hingen die Bäume mit verschiedenen Schmuckstücken voll. Es war ein sehr friedvoller Waldabschnitt. Wer hier die letzte Ruhe finden darf mit einem solchen schönen Ausblick, der hat wahrlich alles richtig gemacht!

Abwechslungsreich durch Lehrtafeln und tolle Aussichten

Kurz drauf werden wir wieder mit einer tollen Aussicht belohnt. In regelmäßigen Abständen standen wir mit den Mädels vor den verschiedensten Lehrtafeln über die Kulturgeschichte, die Landschaft, den Weinbau, Flora und Fauna im Moseltal. Ja, auch wir lernen noch dazu wenn es um unsere schöne und vielseitige Landschaft geht! 

So ziert die Tafel über die Kulturgeschichte unter anderem auch das Baudenkmal der Pfarrkirche St. Martin. Sie gilt als erste neoromanische Kirche in Deutschland (1823 – 1827). Wer hätte das gewußt? Ehrlich gesagt, ich auch nicht. Die eigene Heimat kennt ja kaum jemand so gut. 

Natürlich gibt es auch die ein oder andere Lehrtafel zum Thema Weinbau. Warum auch nicht? Wir sind bekannt für unsere Steillagen und die Riesling-Rebe. Entlang der Mosel finden sich die steilen Hänge an denen überwiegend der Riesling angebaut wird. Doch auch einige andere Sorten finden sich darunter wie zum Beispiel, Müller-Thurgau, Elbling, Kerner und die roten Sorten Spätburgunder, Dornfelder und Regent. Obwohl die Ernte an der Mosel ein wahrer Kraftakt ist, gibt es noch wenige Winzer die mit Stolz den Weinbau im Vollerwerb  betreiben. Hier in Valwig ist der Valwiger Herrenberg eine der Spitzenlagen an der Mosel. Der Herrenberg umfasst ca. 14,9 ha und mit einer Neigung von ca. 60% zeigt dieser wie anspruchsvoll die Arbeit für Winzer sein muss. Doch der steilste und wohl bekannteste Hang entlang der Mosel ist der Calmont. Er ist der steilste Weinberg Europas. Wer hier Wandern möchte oder eher klettern, der kann dies gerne tun. Denn auch hier gibt es Rundwanderwege oder Klettersteige. 

Aber mal zurück zum Apolloweg. Der Apolloweg ist vielseitig und abwechslungsreich, mal führt der Weg durch Wälder, vorbei an Abhängen, durch Weinberge und auch Teerstraße. Denn zu unserem Zeitpunkt war ein Weg versperrt und mussten leider an der Straße vorbei laufen. Dennoch die Landschaft, die Ausblicke all das lohnt sich allemal. 

Die Lehrtafeln erklärten uns auch einiges zu Flora und Fauna entlang des Weges. So konnten wir zahlreiche Mauereidechsen entlang des Weges beobachten, denn die lieben besonders die warmen Schiefersteine oder Trockenmauern in den Weinbergen. Natürlich haben wir auch einen Apollofalter entdeckt der auf einer Blume Rast machte. Apropos Rast, es gibt einige Möglichkeiten sich an Bänken entlang des Weges auszuruhen. 

Einkehren in eine der zahlreichen Winzerstuben

Wer natürlich lieber bei einem Winzer den Wein probieren möchte, kann dies auch tun, in Valwig und Umgebung finden sich zahlreiche Winzerstuben, die mit guter traditioneller Küche Gäste empfangen oder Weinproben anbieten. Darauf haben wir uns den ganzen Weg gefreut – auf ein Eis, ein Radler und eine kühle Limo. Am Ende unseres Rundweges kehrten wir auch im Gasthaus ein. Endlich – die Mühe hatte sich gelohnt! Nicht nur die Mädels waren müde!

Hier die Facts:

  • 7,5 km lang
  • 200 m Höhenunterschied
  • 3 – 4 Stunden
  • Festes Schuhwerk
  • Geeignet für Familien