Meine Freundin brachte mich darauf, unsere ganzen Tiergeschichten mal aufzuschreiben.
Als ich ihr von den Ziegen, Hühnern und unserem Hund diverse Storys erzählte, lag sie vor Lachen fast am Boden. Natürlich kann man es live besser erzählen, als es aufzuschreiben. Ich hoffe dennoch, dass ich es ziemlich gut und auch lebhaft wiedergeben kann!

„Butterblume in Quarantäne auf der Damentoilette!“

Es fing alles an mit dem ersten Lockdown im März 2020. Unsere Hühner nutzten den ganzen Campingplatz täglich ein paar Meter mehr, seitdem im November 2019 nicht mehr viele Gäste vor Ort waren. Ihr Radius vergrößerte immens. An einem warmen Tag im März kam unsere Mia ganz aufgeregt angelaufen und weinte. Nachdem sie sich beruhigte, erzählte sie mir, dass ein Hund eines unserer Hühner im Maul hatte, alles wäre voller Federn. Unser Huhn wäre weg, sagte sie noch. Ich bin mit ihr zur Unglücksstelle gelaufen und sah das Federbett. Unser Huhn hatte sich unter einen Wohnwagen verschanzt. Mia beharrte darauf, dass wir dem Huhn helfen sollen, es würde ihm nicht gut gehen. Sie wollte unbedingt, das wir damit zum Tierarzt fahren. Erstmal finden und einfangen, gar nicht so leicht! =) So verbrachten Christian und ich etwa 1 ½ Stunden damit, dieses Huhn unter dem Wohnwagen „herauszufischen“. Auf dem Rücken klaffte eine große Bisswunde. Ich hatte sämtliche Tierärzte in der Region angerufen, leider waren auch die alle – just an diesem Tag – in den Lockdown gegangen. Es blieb uns einzig und allein der Weg bis Mayen in die Kleintierklinik. Also, angerufen und 25 km später waren wir vor Ort. Unser lediertes Hühnchen musste dort bleiben und die Bisswunde wurde genäht. Aufgrund der Corona-Situation durften wir aber nicht bleiben. Also fuhren wir kurzerhand wieder nach Hause. 3 Stunden später konnten wir es wieder abholen fahren. 100 km später war unser Huhn ebenfalls in Quarantäne – für ganze zwei Wochen. Kommt einem in Pandemiezeiten irgendwie nicht unüblich vor. Wir haben unser Hühnchen in eine große Gartenbox mit Stroh in unsere Damentoiletten gestellt – Männertoiletten war auch für Hühnerdamen eher unpassend!

Jeden Tag bekam es dann Antibiotika und die Wunde wurde versorgt. Mia hat es „Butterblume“ getauft. Mittlerweile läuft Butterblume zusammen mit den anderen Hühnern glücklich herum. Unsere Hühner sind alle aus Legebatterien gerettet, daher dürfen sie hier ein Leben in Freiheit genießen und das tun sie auch! Die Kinder finden es großartig. Es ist fast wie auf einem Bauernhof, da laufen im besten Fall, die Hühner auch frei herum. Ich bringe es nicht übers Herz, ihre Flügel zu stutzen, damit sie nicht mehr über den Zaun fliegen. Sie würden alternativ wahrscheinlich ein von Gustav (Ziegenherr) verursachtes Loch im Zaun nutzen um in die große weite Vogelsang-Welt herauszuspazieren. Sie sind abends sowieso alle wieder zurück. 

Manchmal kommen sie sogar auf die Terrasse gelaufen während Gäste dort essen. Es ist immer nur dann schwierig, wenn Hunde dabei sind. 

„Wer klopft denn da?“

In den vergangenen Monaten habe ich eine Weiterbildung zum Kräuterpädagogen im Selbststudium gemacht. Das Restaurant stand leer, also breitete ich meine Unterlagen am Stammtisch aus. Ich habe teilweise um 6 Uhr morgens mit der Lernerei begonnen, da noch Homeschooling oder andere Sachen anstanden. Eines Morgens, noch so in der Halbdämmerung und ich war noch nicht so ganz wach, gab es einmal einen Schlag gegen das Fenster. Im ersten Moment dachte ich, es wäre ein Vogel gegen die Scheibe geflogen. Doch als ich mich langsam umdrehte, starrte mich ein Huhn an. Es ist von der Terrasse auf meinen Blumenkübel geflogen und hat mit seinem Schnabel gegen das Fenster geklopft um freundlich „Guten Morgen“ zu sagen! Ich hatte mich vielleicht erschrocken. Seitdem sitze ich auf keinen Fall mit dem Rücken zum Fenster!!!

„Heißt es nicht spielende Kinder?“

Im ersten Lockdown haben sich unsere Hühner im Wald ausgebreitet. Leider hatte ein junger Rottweiler einer Familie eins unserer Hühner erwischt. Dem war leider nicht mehr zu helfen. Achim und Mia haben es zusammen begraben. Es hatte ein schönes Leben inmitten der Natur, wenn man bedenkt, sie waren die ersten Zeit ihres Lebens nur eingesperrt. Das ist dann der einzige Trost. 

Seitdem haben wir im Wald Schilder angebracht mit „Vorsicht, spielende Hühner!“

Es gibt noch so einiges mehr zu berichten von unseren Tieren. Daher wird es noch einige weitere Teile geben! Seid gespannt und bis dahin, seit nett zu unseren Hühnern! =)